Ich spekulieren mal, dass gerade während der frühen Covid-Phase Telefonberatung mit der Anweisung zuhause zu bleiben besser war als wie in Deutschland sich zum Arzt zu schleppen und dort im Wartezimmer die Sitznachbarin mit dem verstauchten Knie zu verseuchen.
Für verwöhnte Deutsche kann der im System eingebaute Mangel an Selbstbestimmung frustrierend sein.
“Verwöhnte Deutsche” ist der richtige Begriff. Man hat sich an sehr viel unnötiges gewohnt und kann es nur schwer wieder loslassen. Selbstbestimmung zählen ich jedoch NICHT zu Unötigem.
In Schweden sind, je nach Region, Gebühren zwischen 200 Kronen und 370 Kronen (derzeit zwischen 18 und 34 Euro) pro Besuch fällig, bis zum Erreichen der jährlichen Obergrenze von umgerechnet rund 130 Euro.
Ich bin kein Befürworter der Praxisgebühr. Wenn jedoch keine minimale gedundheitl. Grundbildung erwartbar ist und der Gedanke “Die Kasse zahlt es doch.” über dem solidarischen Gedanken steht, wird dies wohl nötig sein.
Wer zu einem Termin ohne frühzeitige Absage nicht erscheint, zahlt ebenfalls.
Dieses Risiko zeigt in Deutschland der Arzt selbst und kann das in Rechnung stellen.
…steigende Gebühren, Naja, auch im steuerfinanziertem System gilt das System Angebot vs. Nachfrage. Leistungen werden erbracht und wollten entlohnt werden.
…häufig wechselnden Kontaktpersonen Das halte ich für ein Problem. Man kann nur einen Teil über geschriebene Information erreichen. Den Teil der Vertrauensverhältnis zwischen Arzt bzw. behandelte Person und Patient wird IMO unterschätzt. Für den anderen Teil sollten wir die Challlenge akzeptieren und möglichst automatisieren. (Z.B. für Blutabnahme, autom. Laborleistung und Abhleich mit Standardwerten braucht es keinen Arzt.)
…zu weiten Entfernungen oder zu langen Wartezeiten, etwa bei geplanten Operationen oder der Behandlung psychischer Erkrankungen.
Dieses Problem scheint ein Vorsortieren und Rationalisieren, wie es auch bei uns geforderte wird, auch nicht zu lösen.
Meiner Ansicht nach brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Selbstbestimmung, einhergehenden mit der zugehörigen Verantwortung und Kinsequenz.
Anstatt einer Praxisgebühr fände ich eine Rechnungstellung direkt an den Patienten besser. Dieser müsste sich um die Leistung bei seiner Versicherung selbst kümmern. Bei größeren Maßnahmen wäre ja,weiterhin eine Vereinvarung zu direkten Abrechnung möglich. Bei diesem Ansatz sollt nicht die Bürokratie erhöht werden. Aktuell, entkoppelt wir jedoch die bezogene Leistung vom Preis den Kosten.
Bei Vorsorgeberatungen könne man, selbst Laborwerte, Blutdruck-Protokoll, Blutzucker-Protokoll mitbringen. Ein Kaufen dieser Leistung kann weiterhin über den Arzt erfolgen. Es wäre jedoch nicht notwendig und muss auch nicht über diesen angerechnet werden. Auch die bei vielen üblichen Fitnesstracker liefern Informationen. Hierzu bräuchten wir möglicherweise eine klarere Trennung von Anbietern/Produkten mit einer Mindestqualität und anderen. Eine freie und offene Schnittstelle zu den eigenen Daten, gehört in so einem Standard für einen vielfältigen funktionierenen Markt dazu.




